Beitrag Pluralität

 


Mensch, Gesellschaft, Kommunikation – Die Pluralität des Selbst

Die Illustration entstand im Rahmen des Seminars »Mensch, Gesellschaft, Kommunikation« im Masterstudium an der HS-Augsburg. Die Bezeichnung des Themas lautete: »Herausforderung Demokratie«. Als geeignete Technik wählte ich die Scratchtechnik, welche ich auf einer mit Tusche überzogenen Klarsichtfolio anwendete.

Es wird ein menschlicher Kopf mit Torso gezeigt, der mit dem Rücken zum Betrachter steht. Jedoch im Gegensatz zum realistischen Abbild eines Menschen, besitzt dieser Schädel mehrere Gesichter. Dieses Attribut soll allegorisch für die Vielzahl an Identitäten stehen, die sich der Mensch im Laufe seines Lebens aneignet. Der starke Kontrast zwischen Licht und Schatten symbolisiert die gespaltenen Persönlichkeiten des Individuums. Jeder Mensch besitzt neben seinen Vorzügen auch eine Schattenseite. Um diesen Kontrast zu erzielen, benötigt man Dunkelheit und Helligkeit. Durch die Beleuchtung des Menschen möchte ich zeigen, dass dieser nun gezielt erhellt wird. Man lebt nicht nebeneinander her, beleuchtet ihn nicht nur physisch, sondern auch gedanklich. Der kurze Moment des Analysierens wird auch mit der Nacktheit der Person symbolisiert. Man sieht ihn momentan ohne äußerliche Extras, die in die Irre führen könnten, sondern unverschönt als genau die Person die er ist. Man könnte weiter spekulieren und behaupten, dass durch die Sekundenschnelle des »Überraschendbeleuchtet- Werdens«, der Mensch gar keine Zeit hätte um sich zu verstellen, sondern in all seiner ehrlichen Echtheit erwischt wird. Der Mensch steht vor einer Wand, vor einer Blockade, die ihn daran hindert vor der Begutachtung fliehen zu können. Er steht sprichwörtlich – zwar nicht mit dem Rücken, aber – » vor der Wand« . Ausflüchte sind zwecklos und er muss sich der Untersuchung stellen. Beim Anblick des Wesens mit den vielen Gesichtern könnte man meinen, eine menschenfremde Kreatur zu sehen. Ich habe versucht anhand der deutlich erkennbaren Wirbelsäule diese Vermutung zu widerlegen. Auch die Form des Kopfes und der Gesichter zeugt von menschlicher Anatomie.