Beitrag Fischleinbuch

 


Herbie und das Fischlein

Die Story entstand aufgrund einer selbst erfundenen Kindergeschichte meiner Mutter. Gerne gebe ich diese wunderbare Geschichte an andere Kinder weiter und unterstreiche sie mit meiner eigenen bildnerischen Interpretation.

Handlung: An einem besonders schönen Nachmittag spazierte Herbie am See entlang und begegnete dem kleinen Fischlein. Sein Schuppenkleid funkelte so wunderschön im Sonnenlicht. Herbie musste es einfach mit nach Hause nehmen! Er fing das Fischlein mit einem leeren Süßigkeitenglas und lief mit ihm davon. Doch daheim war plötzlich der Zauber verschwunden. Das Fischlein vermisste schrecklich seine Mama und wuchs und wuchs zudem in seinem kleinen Glas. Und warum wurde es so nass? Ob im Kinderzimmer, auf dem Schulweg, oder im Klassenzimmer, Herbie war mit einem Mal umgeben von Wasser. Und je größer das Fischlein wurde, desto höher stieg es. Als bereits die Floßen des Fischleins aus seinem Glasgefängnis ragten, überraschte Herbie ein gewaltiger Wasserschwall in seinem Kinderzimmer. Er befand sich plötzlich selbst in einem großen Glas und drohte in der drückenden Wassermaße zu ersticken. Gerade noch rechtzeitig wachte er auf und erkannte, dass alles nur ein Traum war. Aber das kleine Fischlein würde dennoch wachsen und könne später nicht, wie er, aus einem Albtraum erwachen. Da beschloss Herbie seinem Fischlein die Freiheit zu schenken und brachte es zurück in den See. Hier könne er es jederzeit besuchen und auch weiterhin sein Regenbogen-Schuppenkleid betrachten.

Das Bilderbuch soll den verantwortungsbewussten Umgang mit anderen Lebewesen näher bringen. Hierbei möchte ich Kinder der 3.- und 4. Klasse (8-10 Jahre) ansprechen. Mithilfe von leicht verständlichem Text, kindgerechten Illustrationen und einer spannenden Geschichte, werden die Heranwachsenden durch eine phantastische Welt geführt, in der sie sich selbst identifizieren können. Jedes Kind kennt den Zwiespalt zwischen Begierde und Vernunft. Der Hauptcharakter »Herbie« gewährt Einblick in das Gefühlsleben eines Kindes, welches eine Leidenschaft für sich gefunden hat. Seine Begeisterung für das Fischlein wandelt sich jedoch in Rücksichtslosigkeit. Er entführt das schöne Fischlein und steckt es in ein kleines Goldfischglas. Im Laufe der Geschichte geschieht jedoch ein Wandel. Das Fischlein wächst in seinem Glas, das nun immer mehr zu klein wird. Zudem steigt auch das Wasser in Herbies Welt und scheint ihn, genau wie das Fischlein, immer mehr zu erdrücken. Am Ende der Geschichte hat Herbie das Gefühl zu ersticken. Dieses Gefühl war mir wichtig dem Betrachter zu vermitteln, da es die Enge des Goldfischglases veranschaulicht und gleichsam zum Mitgefühl für den eigentlichen Fisch im Glas anregen soll. Das Kind kann sich nun in die Situation des Fischleins hineinversetzen, da es durch die Identifikation mit Herbie, das Leid »am eigenen Leibe« erfahren hat. Die Geschichte nimmt jedoch ein gutes Ende. Herbie schenkt dem Fisch die Freiheit und löst sich zugleich von seinem Begehren. Das Buch eröffnet nun eine Lösung für den Zwiespalt von Begierde und Vernunft. Er kann das Fischlein zwar nicht mehr besitzen, jedoch immer am See besuchen.

Unsere Konsumgesellschaft beschäftigt sich zunehmend mit der Materialisierung von Statusobjekten. Besonders im Bezug auf Lebewesen, ist es mir ein Anliegen, diese Problematik zu behandeln und Kindern zu vermitteln. Ein respektvoller und verantwortungsbewusster Umgang ist die Grundlage für ein harmonisches Miteinander, das wir gerade in der heutigen Zeit besonders brauchen.

 

Sie interessieren sich für das Bilderbuch? Über das Kontaktformular beantworte ich gerne Ihre (An-)Fragen.